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Gledopto GL-C-619WL Elite 6D-EXMU

Gledopto GL-C-619WL Elite 6D-EXMU

Gledopto hat mit dem GL-C-619WL Elite 6D-EXMU einen WLED-Controller mit sechs unabhängigen Datenausgängen im Programm. Er kommt fertig geflasht, im Gehäuse und mit Netzwerkanschluss, Mikrofon und Relaisausgang an Bord. Der Preis liegt bei 39,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

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Sechs Ausgänge, ein ESP32

Herzstück ist ein ESP32. Die sechs Datenkanäle lassen sich einzeln konfigurieren, was den Controller für Aufbauten interessant macht, bei denen mehrere Strips getrennt angesteuert werden sollen: Deckenumrandungen mit mehreren Segmenten, Regale, Treppen oder Matrixaufbauten. Gledopto empfiehlt den Einsatz für bis zu 1.600 LED-ICs.

Der maximale Gesamtstrom liegt bei 15 A, abgesichert über eine ab Werk eingebaute 20-A-Sicherung. Bei der Eingangsspannung ist der Controller flexibel: 5, 12, 24, 36 oder 48 V DC sind möglich. Für die reine Konfiguration ohne angeschlossene Strips gibt es zusätzlich einen USB-C-Eingang mit 5 V und maximal 3 A.

Unterstützte LED-Chips

Gledopto nennt WS2811, WS2811F, WS2812B, WS2814A, WS2815, SK6812, SM16703, SM16703SP3, FL19038, FW1035 und UCS2903B. Das ist allerdings nur die Liste, die der Hersteller selbst getestet hat oder für die er geradesteht. Was tatsächlich geht, entscheidet die Firmware, und WLED kann mehr.

Bei den einadrigen Typen, also allen, die nur eine Datenleitung brauchen, unterstützt WLED unter anderem WS2812B, WS2813 und WS2815, SK6812 mit zusätzlichem Weißkanal, WS2811 in der 5-V- und der 12-V-Variante, GS8208, TM1814, TM1829, UCS8903 und UCS8904 sowie LPD6803. Dazu kommen die Typen mit zwei getrennten Weißkanälen: WS2805 für 12 und 24 V und FW1906 für 24 V, beide RGBCCT. WS2814 läuft ebenfalls, muss in WLED aber als SK6812 konfiguriert werden, weil er dessen Protokoll spricht.

Alle diese Chips passen elektrisch an die sechs Ausgänge des 619WL, weil sie nur Daten und Masse benötigen. Wer also einen WS2805-Streifen mit Warm- und Kaltweiß betreiben will, ist nicht darauf angewiesen, dass Gledopto ihn auf der Produktseite auflistet; die Auswahl steht in der LED-Konfiguration von WLED zur Verfügung.

Die zweite Familie sind die getakteten Typen: APA102, SK9822, WS2801, LPD8806 und P9813. Sie brauchen neben der Datenleitung eine getrennte Taktleitung. Auch das geht am 619WL, denn hinter den sechs Ausgängen stecken GPIOs des ESP32, und die lassen sich in WLED ebenso als Clock-Pin zuweisen. Man belegt dafür zwei Ausgänge pro Strip, aus sechs Kanälen werden also drei.

Netzwerk und Steuerung

Die Ersteinrichtung über WLAN läuft wie bei WLED gewohnt über den WLED-AP-Hotspot, danach erfolgt die Steuerung über Browser oder App.

Ein PDM-Mikrofon ist eingebaut, sodass die soundreaktiven Effekte von WLED ohne zusätzliches Modul funktionieren. Dazu kommt ein konfigurierbarer Relaisausgang, über den sich zum Beispiel ein Netzteil abschalten lässt, wenn die LEDs aus sind. Eine Funktionstaste am Gehäuse schaltet ein und aus, wechselt die Farbe und setzt das Gerät auf Werkseinstellungen zurück.

Ethernet

Neben WLAN hat der 619WL einen Ethernet-Anschluss, und der ist ab Werk vorkonfiguriert. Wer den Controller per Kabel an den Router hängt, kann die WLAN-Einrichtung überspringen und das Gerät direkt über App oder Browser ansprechen.

Falls die Einstellung doch einmal fehlt oder nach einem Reset verloren geht, findet man sie in der WLED-Oberfläche unter Config, WiFi Setup, ganz unten beim Punkt „Ethernet Type". Dort ist „Gledopto Series with Ethernet" auszuwählen, danach Save & Connect. Diese Auswahl ist nötig, weil WLED die GPIO-Belegung des jeweiligen Ethernet-Moduls kennen muss; ein generischer Eintrag funktioniert nicht.

Der praktische Nutzen liegt an zwei Stellen. Erstens die Platzierung: Ein Controller hinter dem Fernseher, im Serverschrank oder in der Garage hängt nicht mehr von der WLAN-Signalstärke ab. Zweitens die Datenrate. Wer Effekte per E1.31, Art-Net oder DDP von einem Rechner oder aus xLights einspeist, überträgt bei 1.600 ICs und 40 fps ein Vielfaches dessen, was WLAN im Alltag zuverlässig durchhält. Über Kabel entfallen Ruckler und Aussetzer, die im WLAN je nach Umgebung kaum in den Griff zu bekommen sind.

Zu Power over Ethernet macht Gledopto keine Angaben, der Controller wird also weiterhin über die Klemmen oder USB-C mit Strom versorgt.

Die WLED-Software

Die Firmware ist bereits installiert, der Controller läuft also direkt nach dem Auspacken. WLED ist ein quelloffenes Projekt unter der EUPL-1.2 und die verbreitetste Software für adressierbare LEDs auf ESP-Basis.

Bedient wird über einen Webserver, der auf dem ESP32 selbst läuft. Man ruft die IP-Adresse im Browser auf und hat dort Farbwahl, Helligkeit, Effekte und Paletten vor sich. Für Android und iOS gibt es Apps, die im Wesentlichen dieselbe Oberfläche zeigen.

Mitgeliefert sind über hundert Effekte aus der WS2812FX-Bibliothek plus die Noise-Effekte und Farbpaletten von FastLED. Über die Segmentfunktion lässt sich ein Strip in Abschnitte teilen, die jeweils eigene Effekte und Farben bekommen. Beim 619WL mit seinen sechs Ausgängen ist das der eigentliche Hebel: Jeder Ausgang bekommt einen eigenen Bereich in der LED-Konfiguration, danach arbeitet man in der Oberfläche mit Segmenten weiter.

Einstellungen lassen sich als Presets speichern, bis zu 250 Stück, und in Playlists nacheinander abspielen. Presets können außerdem API-Aufrufe auslösen, womit sich einfache Automatisierungen ohne externes System bauen lassen.

Für die Anbindung an andere Systeme bringt WLED einiges mit: Home Assistant erkennt WLED-Geräte nativ, dazu kommen MQTT, Alexa-Sprachsteuerung inklusive Dimmen und Farbwechsel sowie die Synchronisation mit Philips Hue. Auf der Bühnen- und Videoseite versteht WLED E1.31, Art-Net, DDP und TPM2.net und arbeitet mit Hyperion zusammen. Steuerung per JSON- und HTTP-API sowie per Infrarotfernbedienung ist ebenfalls möglich. Updates laufen over the air, die Oberfläche lässt sich mit einem Passwort schützen.

Gehäuse

Das Gehäuse misst 129 x 50 x 23 mm bei 110 g und besteht aus flammhemmendem PC in Weiß. Schutzart IP20, also nur für den Innenbereich ohne Spritzwasser. Der zulässige Betriebstemperaturbereich reicht von -20 bis 45 °C.

Was fehlt

Im Lieferumfang ist ausschließlich der Controller. Netzteil und Kabel müssen separat besorgt werden, was bei 15 A Gesamtstrom und Spannungen bis 48 V ohnehin von der jeweiligen Installation abhängt.

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